fachzeitschrift für dings und gegen kaffeetalismus

2007-03-26

blühende landschaften 01/07

Heute: Halle/Saale.

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wissen kompakt: die zeitumstellung

"Schuld an allem ist mal wieder der Nazi: Adolf Hitler. Als Hitler übermütig mit den Worten "Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen" den Angriff auf Polen verkündete, war es eigentlich schon 6.45 Uhr - propagandistisch ein totaler Fehlstart in den Krieg. Also ließ der wieselschlaue und fuchsflinke Joseph Goebbels unverzüglich alle Uhren des Reichs um eine Stunde zurückdrehen. Als der Krieg verloren war, wurde als erstes die Zeit entnazifiziert. Am 9. Mai 1945 wurden um 23 Uhr alle Uhren wieder eine Stunde vorgestellt ("Stunde Null"). Das Ganze erwies sich aber als so praktikabel, daß man es von da ab standardisierte, jährlich veranstaltete und "Sommer-" und "Winterzeit" nannte. Das gilt für die BRD. In der DDR gingen die Uhren 20 Jahre nach (Zeitzone)."

...geklaut bei der Titanic

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2007-03-25

guten morgen deutschland.

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2007-03-22

allein unter opfern

Was wir aus dem Abend gestern im Zeitgeschichtlichen Forum lernen konnten:

- leg Dich nicht mit der Volksgemeinschaft an
- Redebeiträge bei solchen Veranstaltungen sind grundsätzlich mit "Ich bin Jahrgang 19[irgendwas <45 einsetzen] und komme aus [irgendwas östlich der Oder einsetzen] einzuleiten, sonst gelten sie als unqualifiziert
- Deutschland in entsprechenden Grenzen gibt es seit dem 10. Jahrhundert (Prof. Dr. Kittel, IfZ München)

- Pogromstimmung entsteht besonders dann, wenn man selbige anspricht (Wortmeldung xxx)
- ich bin ein "Rotfaschist" (Zwischenruf)
- Horst Köhler wurde in einem kleinen Ort in Polen "gegründet" (O-Ton Urban)
- "Der Deutsche wird dem Polen nicht zum Freund!" (Wortmeldung, Zitat polnisches Sprichtwort)
- Bauer X ist drüben beim X aus Z ans Scheunentor genagelt worden (Wortmeldung)
- wenn Brumlik Steinbach kritisiert, ist das ein Schlag ins Gesicht von Bauer X (Wortmeldung)
- eine Frau hat erst nach der Wende erfahren, dass ihre Eltern vertriebene waren und das ist ganz ganz schlimm (Steinbach)
- Biologismen sind nach wie vor in - "Deutschland ist krank!" (Wortmeldung)

- "Sie müssen das Mikrofon vor den Mund halten." (Hinweis des Moderators an einen mit beiden Armen fuchtelnden Volksgenossen)
- die Charta des BdV ist ein Dokument der Versöhnung und der Völkerverständigung (Steinbach)
- die Deutschen haben am meisten gelitten - je nach Auslegung während des 2. Weltkrieges, oder auch 1950 (Kittel + Steinbach)


Sorry, dass ich nicht zu einer qualifizierteren Berichterstattung in der La
ge bin, aber das, was sich dort gestern abspielte, verschliesst sich jeglicher rationalen Beurteilung. Der deutsche Mob war zu Höchstform aufgelaufen, feierte seine Demagogen und hasste seine Kritiker. Ein fürchterliches Schauspiel. Over and out.


(Bildquelle)

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"boah, wer hat denn hier so rumgesaut"

meinte sie/mitte 50. okay,das waren dann wohl wir. aber was bleibt einem auch anderes übrig,wenn trotz gratis essen (eher mäßig) & getränken (nichts außergewöhnliches) die stimmung alles andere als gut war.weder die "maria könig kapelle" noch die "lose skiffle gemeinschaft" (mal ganz zu schweigen von dem nachfolgenden dj) konnte dies verhindern bzw. ändern,wohl eher noch bedingten diese die bewusst in kauf genommene verteilung der getränke auf boden und herumstehendes mobiliar. so geschehen beim festabend des bibliothekaren-kongresses.

gestern gab es dann noch erika steinbach vs. micha brumlik (und noch 2 weitere personen,die aber nun wirklich keine rolle spielten) auf deutschlandradio bzw. live und in farbe im zeitgeschichtlichen forum. wobei ein gewisser herr, sehr zu meiner freude, mehr als deutliche worte bei der open-mic-session fand. dazu später mehr.


currently playing: pantha du prince- this bliss (dial/07)

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2007-03-08

diverses

Und weiter zum Thema:
Beim DLF äußert sich Hans-Ulrich Wehler zum "Pilcher-Kitsch" der Flucht im Fernsehen. Gibts auch wieder zum anhören.
Am 21.3. kommt der Dreck Treck auch in Leipzig an, in Form von BdV-Präsidentin Steinbach und einer Podiumsdiskussion zum Thema "Flucht und Vertreibung - Erinnern ohne zu spalten" im Zeitgeschichtlichen Forum. Ein weiterer Teilnehmer ist u.a. Prof. Dr. Micha Brumlik, dessen Buch "Wer Sturm sät. Die Vertreibung der Deutschen" ich mir mal bestellt habe. Dies könnte einer der besseren Beiträge zum Thema sein, vielleicht findet somit ja auch mal eine wirkliche Diskussion im ZFL statt. Nichtsdestotrotz wäre kritische Teilnahme wohl angebracht.
Leider sind zeitgleich noch 2 weitere Veranstaltungen. Zum einen der grosse Titanic-Filmabend mit Martin Sonneborn und Georg Behrend im UT, zum anderen eine Lesung mit Gerhard Scheit im Island.
Ich hoffe, dass trotzdem einige den Weg ins ZFL finden werden, damit Frau Steinbach und Konsorten vielleicht nicht ganz unwidersprochen dort agitieren können.

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2007-03-06

nachtrag zum film

"In Ostpreußen war man hitlergläubig bis Ende 1944. Also noch mal: Das war eine der Bastionen des Nationalsozialismus"

Aus einem Interview vom Deutschlandfunk. Gern auch als mp3.

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2007-03-05

mal fernsehen geglotzt

11,81 Millionen Deutsche sahen gestern Teil 1 von "Die Flucht", eine Art Gute Zeiten/Schlechte Zeiten anno '44/45. In etwa dieser Höhe wird auch die Zahl der damals von Flucht und Vertreibung betroffenen Deutschen angegeben, wobei diese Zahl wohl beständig nach oben korrigiert werden wird, denn "auf eigenartige Weise hat die Zahl der Heimatvertriebenen nach 1945 ständig zugenommen, weil dieser Status als erblich gilt. In absehbarer Zeit werden also alle Deutschen ein Vertriebenen-Gen in sich tragen und praktischerweise zur Gruppe der vergessenen Opfer, der Anspruchsberechtigten, der Missachteten und Beleidigten gehören." (Götz Aly: Rasse und Klasse, Frankfurt a.M. 2003, S. 196)
Nur noch etwa die Hälfte, 5,47 Mio., blieben auch noch im Anschluss an den Hochglanz-Pommern-Kitsch am Gerät und sahen "Sabine Christiansen" zum Thema "Flucht, Vertreibung - Versöhnung?" Wem bis jetzt noch nicht schlecht geworden war, dem wurde nun ein furchtbares Schauspiel geboten. Aus dem Publikum wurden Zeitzeugen befragt, die zum Loswerden ihrer Geschichte gottseidank nur zwei Minuten hatten, dafür aber eine Computeranimation ihrer Route eingeblendet bekamen. (Vertreibung 2.0) Auch im Plenum gab's diverses Deutschhaft-Schauerliches. Geladen war z.B. Tatjana Gräfin Dönhoff, die sich damit rühmen kann, Autorin des Buches zum Film sowie Großnichte von Marion Gräfin D. zu sein, welche wiederum nicht nur durch Ihren Titel geadelt ist, sondern auch dadurch, 8 Wochen lang vorm Iwan flüchtend gen Westen geritten zu sein. Gräfin Tatjana wünscht sich ein "Zentrum gegen Vertreibung" in Berlin und nirgends sonst, wahrscheinlich, weil sich ihr Heimatroman im deutschen Museumsshop doch besser verkaufen wird als z.B. in Breslau, zumindest solange dieses sich noch in Feindeshand befindet.
Ihr zur Seite setzte man Günther Beckstein, der freudig erregt die Vertriebenenverbände dafür lobte, in ihrer Charta von 1950 keine Rache für das Verlieren des Krieges geschworen zu haben und alle während Flucht und Vertreibung umgekommenen Deutschen zu Mordopfern stilisierte.
Marek Cichocki, Berater der polnischen Präsidentenbrüder, hatte man als einzige Gegenposition zum in der Sendung dargelegten Geschichtsbild zugelassen, nur in Ansätzen unterstützt von Egon Bahr, der Cichocki peinlicherweise für dessen "gutes Deutsch" lobte und nur teilweise in das Grauen der sogenannten "Diskussion" intervenierte. Deren Tiefpunkte wurden jedesmal erreicht, wenn wahlweise Hellmuth Karasek oder Michael Stürmer den Mund aufmachten. Karasek argumentierte in Hitler-Manier („Man kann Flucht und Vertreibung nicht mit Hitler beginnen lassen, sondern eigentlich muss man es mit dem Versailler Vertrag beginnen lassen.“) und bezeichnete als Grund für Flucht und Vertreibung nicht etwa den von den Deutschen begonnenen und auf deutsche Weise geführten Krieg, denn "man kann nicht revangistisch oder falsch sein, wenn man sagt, dass das 20. Jahrhundert von Anfang an ein Jahrhundert der Fluchten, der Völkermorde und der Vertreibungen war. Immer war der Grund einer: Es sind Nationalitätenstaaten zerfallen.“ Geschichte leicht gemacht. Und somit auch verständlich für den Historiker Stürmer, eh genervt von all dem Fachchinesisch seiner Kollegen. Diese haben nämlich versagt und somit in Stürmers Bibliothek wohl auch keinen Platz, denn "die ganz großen Bücher haben Fest geschrieben, haben Haffner geschrieben. Denken sie an den Holocaust-Film, eigentlich eine Seifenoper, aber von erheblicher Bedeutung. So ist das eben, die Historiker sind sehr ehrpustlich und fleißig und gründlich und sie scheuen sich das individuelle Schicksal zu beschreiben.“ Gottseidank kann Herr Stürmer sich dieses heute Abend in Teil 2 wieder anschauen, wenn weiter geflüchtet und vertrieben wird was das Zeug bzw. der Handwagen hält.


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2007-03-04

krude kalauer kurz zitiert

Nettes Konzi gestern im Zoro. Zann wieder mal geil, Headliner war aber Graf Ohrloch.

Foto aber von ner anderen Show.

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2007-03-01

farbenfrohe welt des konsums 03/07

Haben will:

Gibts hier. Sammelbestellung? Vor allem auch den "Little Thinker" hier:

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