fachzeitschrift für dings und gegen kaffeetalismus

2006-08-31

wenn aus kadern kadaver werden...

...kocht die Gerüchteküche. Der verfolgerrevolver zeigt exklusives Bildmaterial.

neues vom rechten (strassen-)rand

nachtschicht

Bin auf Umwegen auf dieser - etwas kruden - Seite gelandet, wo ich folgende nette Darstellung der Verteilung der Intensivtierhaltung in Deutschland fand:


Die Grafik spricht für sich, mir stellt sich nur jetzt die Frage, wieso hier trotzdem noch so viele wilde Ostdeutsche gänzlich undomestiziert durch die Gegend laufen.

2006-08-30

verschlimmbesserung

Bis vor Kurzem wurde der ortsnächste Tabakfachhandel noch von einer älteren, etwas reservierten Dame geführt. Diese bediente mich zwar nicht überschwänglich charmant, aber durchaus kompetent. Vor einigen Tagen erzählte sie mir plötzlich und ungefragt, daß sie in 2 Tagen in Rente gehe und jemand neues den Laden übernehme. Da ich immer, wenn mich Verkäufer in Läden, in denen ich alle 2-3 Tage etwas kaufe, durch Äußerungen wie "Das gleiche wie immer?" oder "Bis morgen dann!" auf die mir unangenehme Tatsache meiner Zugehörigkeit zur Stammkundschaft aufmerksam machen, in Erwägung ziehe, fluchtartig den Wohnort zu wechseln, war ich so von ihrer Menschelei und der Situation ansich überfordert, daß ich lediglich etwas wie "...ich wünschte, ich würde auch schon Rente bekommen..." stammeln konnte und damit wahrscheinlich Ihr Bild von mir als vollkommen Asozialer bekräftigte. Wie dem auch sei - sie nutzte meine Verwirrung dazu, mir den Rücken zugekehrt in einem Anfall der Hinterfotzigkeit (oder Raffgier - welche ja aber der Generation Trümmerfrau ob der ach so entbehrungsreichen Nachkriegszeit leider nachwievor gern nachgesehen wird) aus der Zigarettenfiltertüte, die ich verlangt hatte, die dort eigentlich enthaltenen Gratispaperspackungen zu entfernen.
Jetzt arbeitet in dem Laden ein älterer Herr, der, sollte ich jemals einen Film über ein winziges Tabakgeschäft in Ostdeutschland drehen und jenen dort als Verkäufer auftreten lassen, mir von jedem Feullieton als zu klischeehaft für ostdeutsche Tabakverkäufer angekreidet werden würde. Wenn man eine Bestellung aufgibt, blinzelt er kurz über die auf der Nasenspitze angewachsene Brille, was wohl (groß-)väterliche Wärme im Sinne von "na wollen wir mal sehen, was wir für dich tun können, Junge!" vermitteln soll. Dann allerdings trüben Zweifel, ob das geforderte Produkt sich im Sortiment befinde (was zweifellos der Fall ist - nur dass er es im Gegensatz zu mir mit dem Rücken anschaut), seinen Blick und er begibt sich auf die endlose Suche innerhalb der 2 Quadratmeter Verkaufsfläche. Vorhin dolmetschte zum Glück eine zufällig im Laden anwesende Kundin/Verwandte/Betreuerin, so daß ich doch noch die verlangten "Papers" erhielt. Wenigstens wurde meine Erwartung, daß er mir die Euro-Münzen mit dem Hinweis darauf, daß er kein ausländisches Geld nehmen könne, zurückgeben würde, nicht erfüllt. Dennoch weiss ich jetzt schon, daß er mich mit seiner Senilität bei jedem Einkauf dort in den Wahnsinn treiben wird - wenngleich er sich dafür wohl auch bei Besuch des Ladens im Halbstundentakt niemals meiner erinnern würde und auch zu einem solch unverfrorenen Diebstahl wie die Vorbesitzerin nicht in der Lage wäre.
Was ich daraus lerne, auch für die Zukunft: Wenn ich einmal die Wahl haben sollte zwischen Verkalkung und Alterskriminalität - ich würde mich sofort für Letzteres entscheiden.

2006-08-29

krude drohungen kurz zitiert 13/06

"Als Zeuge erfüllen Sie eine wichtige staatsbürgerliche Pflicht. [...] Wenn Sie ohne rechtzeitige genügende Entschuldigung nicht erscheinen, werden Ihnen die durch Ihr Ausbleiben verursachten Kosten auferlegt. Zugleich muß gegen Sie ein Ordnungsgeld bis zu 1000 EURO und für den Fall, daß es nicht beigetrieben werden kann, Ordnungshaft bis zu 6 Wochen festgesetzt werden. Zudem kann Ihre zwangsweise Vorführung angeordnet werden.

Hochachtungsvoll
Kreutel, Justizangestellte"

(aus einer Vorladung zur Zeugenvernehmung - kann mich bitte am 25.10. jemand gegen 10.00 wecken?)

dito

"Daß Krieg scheiße ist, sei gerne und dreifach unterschrieben, und die israelische Idee, eine Guerilla per Stadtteilsprengung am Schlafittchen kriegen zu wollen, muß man fast wahnsinnig nennen; daß die Kriege in der Levante aber nun mal mit dem arabisch-palästinensisch-persischen Wahn, drei Maschen Judentum seien im islamischen Riesenteppich absolut nicht hinzunehmen, zu tun haben, mit der begründeten israelischen Angst vor religiös hochverwirrten Judenhassern und Atombombenhabenwollern sowie deren geistig und materiell depraviertem Riesengefolge (und eben weniger mit zionistisch-amerikanischem Imperialismus, als gerade ostdeutsche Pressedeppen zu glauben immer noch fest entschlossen sind), Israel also im Kern immer nur 'die Wahl zwischen falsch und verkehrt' bleibt (H. M. Broder) - das ist eine Meinung, die so skuril nicht ist, daß ich sie exklusiv haben müßte."

Stefan Gärtner in der neuen Titanic.

2006-08-23

nie wieder mittelalter!

Unglaublich. Habe fast 4 Wochen ohne heimischen Netzzugang überlebt. Danke Telekom, Du Arschloch. Aber nun, nachdem angeblich mehrere hundert fleissige Techniker Tag und Nacht damit verbracht haben, unseren Zugang, der bis vor kurzem noch reibungslos funktionierte, in Schuss zu bringen, ist die dunkle informationslose Zeit vorbei, in der man Bücher lesen und sich mit echten Menschen unterhalten musste. Habe die Zwischenzeit genutzt und mir unter Anderem mal London angesehn, clevererweise einen Tag, nachdem dort wegen der Terroristenwahnis der komplette Flugverkehr zusammengebrochen wurde. Aber hey - ich war dabei und bin mit zwei Stunden Verspätung und einem eingezogenen Feuerzeug noch glimpflich davongekommen.
Mehr vielleicht ein ander mal, jetzt wird erstmal gepackt, denn zur Feier des Tages geht's morgen nochmal nach Basel, wenn man schonmal eine Einladung der Uni dort zu einer Vernissage erhält, sollte man sich das ja nicht entgehen lassen.
Fix noch der Hinweis auf einen Neuzugang in der Linkliste: transponder48.
Und raus.