fachzeitschrift für dings und gegen kaffeetalismus

2006-05-03

aufatmen, kameraden: hupka doch kein spassbieter!

Nach der frühzeitigen Kapitulation Rückreise von Steffen Hupka und sonstigen, aus der Provinz zu dessen Demo angereisten Bauernsöhnen am Montag mehren sich die Gerüchte, der Hupka-Umzug sei von vornherein dazu auserkoren gewesen, als Ablenkung verheizt zu werden, damit Kamerad Christian "Kann es sein, daß in Antifa-Kreisen mehr Clausewitz gelesen worden ist als bei uns?" Worch nebst nationalwiderständlerischer Baggage den demoauflagenverschuldet unbestiefelten Fuss zumindest ein paar Meter weit in die "Frontstadt Leipzig" setzen kann. (Nettes Zitat aus einem Naziforum, nach dem 1.5.06: "Ich hab in Leipzig jetzt mehr Stunden gestanden als Meter zurückgelegt!") Das Bauernopfer für diesen fast schon rommelesken Schachzug spielte der bei Christian "ich bin gar nicht so reich wie die Antifa behauptet" Worch und anderen stolzdeutschen Kadern in Ungnade gefallene Hupka - hierzu UNBEDINGT diese Foto-Love-Story ansehen (danke, owen)! Dieser musste mitmachen, um sich wieder dafür einzukratzen, dass er, anstatt die Naziknete in den Aufbau eines Schulungszentrums zu stecken, diese lieber für die Renovierung seines Eigenheims im Quedlinburgischen verhökert hat. Da Spassanmelder Hupka nun seit Montag höchstwahrscheinlich auch noch bei den als Bahnhofsvogelscheuchen missbrauchten Kameraden tiefbraun verschissen hat, sieht sich der verfolgerrevolver in der nationalen Verantwortung, für den armen Steffen ein gutes Wort einzulegen. Ein Blick auf eBay genügt nämlich schon, um festzustellen, dass Hupka - der in seinem eBay-Usernamen "wortundwerk" wohl den Wunschtitel seiner Autobiographie vorweg nimmt - im Grunde genommen eine ehrliche Haut ist. An seinem Angebot zu dem in jeglicher Hinsicht ruinösen Nazischloss zum Kampfpreis von 230.000 Euro gibt es nicht viel zu meckern, ausser vielleicht, dass der Verfechter des Deutschtums es mit der germanischen Härte ein wenig übertreibt: "sonstiger Innenzustand: DDR-Standart". Aber vielleicht handelt es sich dabei doch nicht um den populären undeutschen Verschreiber, sondern lediglich um einen Fehler im Numerus, da zum ostalgischen Interieur des Anwesens tatsächlich Standarten aus Zonezeiten gehören?
Davon abgesehen ist es auch möglich, dass beim Thema "Brandschutzgutachten" ein klein wenig geflunkert bzw. geschwiegen wurde, was ein Klick hierdrauf zeigt.
Dies alles sollte aber das Vertrauen des potentiell geneigten Käufers in den eBayer Hupka (sagt der eigentlich "eBucht"?) nicht erschüttern, denn der Blick ins Bewertungsprofil zeigt: 16 positive Bewertungen, keine einzige negative! Die Kunden von Hupkas virtuellem Flohmarktstand überschlagen sich fast in Sympathiebekundungen: "Alles bestens gelaufen, danke." meint drusillagothic. Wenn das mal einer von Hupkas Mitdemonstranten zu ihm sagen könnte! Von buchfuchs147 wird er ausnahmsweise mal nicht mit Steinen, sondern mit Ausrufezeichen beschmissen: "...netter Kontakt, DANKE! Tolles wunderschönes Buch !!!!!" (Schmidlin's Blumenzucht im Zimmer; 1875). Teddybaerfunk freut sich über den "shnellen [sic!] Service" und vor allem die "gute Ware". Gemeint ist damit nämlich "Wenn alle Brüder schweigen. Bildband Waffen-SS" von 1985 (mit einem Vorwort von Paul "Papa" Hausser [Achtung! Scheissartikel!] - dem Schöpfer der Waffen-SS). Da Hupka noch keine Tastatur mit Sonderzeichen für SS-Runen ersteigern konnte, hat er diese vorsorglich ausge-X-t. Da fragt man sich natürlich, warum ein solches Schmankerl der hupkaschen Privatbibliothek für schnöde 8 Euro verramscht wird...und der Text zum Produkt liefert die Erklärung: "mit deutschen und englischen Texten". Klar, schöne Bildchen der SS untertitelt in der furchtbaren Imperialistensprache wollen wir nicht im Schrank stehen haben, falls Christian "alter Hase" Worch mal überraschend zum Stöbern vorbeikommen sollte. Hupka rüstet lieber ideologisch auf und ersteigert ein Konvolut "Der Freiwillige" bzw. "Wiking-Ruf" für immerhin 212,66 Euro...
Also, Kameraden: Der Steffen Hupka gibt sich wirklich Mühe! Ja, er hat einen riesen Batzen Faschogeld veruntreut und kauft bis heute davon irgendwelchen überteuerten Naziramsch, aber wenn das Schloss erstmal vertickt ist, gibt's das alles zurück und wer weiss, vielleicht muss er auch das nächste mal in Leipzig nicht mehr den Kasper für die worchsche Demotaktik spielen. Wenn der erstmal Powerseller ist...

3 Comments:

Anonymous crassermotives said...

so, mein lieber. ich bin durch. ebucht? superharr!! und alle links habbich mir auch reingezogen. interessante diskussion auf der naziseite. interessant auch "NS ist sexy" und "Zum Glück kommt wahre Bräune bekanntlich von innen...". sir no sir.

Samstag, 06 Mai, 2006

 
Blogger FinsterWinster said...

Jaja die wahre Bräune von innen! Muharr...ich würde das als Fäkalnationalismus bezeichnen. (Analog zu Analmarxismus - siehe das lesenswerte Dossier in der aktuellen Jungle World -> http://jungle-world.com/redirect/11.php )

Samstag, 06 Mai, 2006

 
Anonymous crassermotives said...

a pro pro faycal no-zis: short citate out of mairgünthers morbus hitler:

"Man sagt, daß die Soldaten Napoleons rote Hosen trugen, damit man das Blut nicht sehe. 'Nun wissen Sie auch', so wurde die Geschichte im Dritten Reich fortgeschrieben, 'warum die Nazis braune Hosen tragen.'"

Samstag, 06 Mai, 2006

 

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