fachzeitschrift für dings und gegen kaffeetalismus

2006-02-28

luxemburg-variationen 01/06

"Pressefreiheit ist immer die Freiheit der die-Anderen-Erpressenden."

2006-02-27

foto-love-story 01/06: gender studies, marx und salz auf unserer haut

Schon während der Erarbeitung des Conne-Island-Disse-Katers wurde beschlossen, diesen am darauffolgenden Sonntag hinter der sächsischen Landesgrenze auszusetzen. Ganz Rational-Choice-handelnd sollte hierbei natürlich das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden werden und so gab es denn noch der in Bad Dürrenberg zu verrichtenden Dinge drei: Erstens musste des Mitbewohners Vehikel (welches sich dort am Vorabend so heftig betrunken haben soll, daß es auch vom fähigsten Piloten nicht mehr zu steuern war) in die Zivilisation rücküberführt werden. Zweitens sollte zu Kur- und Kulturzwecken das hiesige Gradierwerk besucht werden. Und Drittens wollte man einen Freund der Familie durch einen Besuch beglücken.
Die Landpartie begann mit einer fröhlichen Fahrt in westlicher Richtung über die B87 (Bild 1), auf der festgestellt wurde, daß es sich mit moderner Audiotechnik (iPod + USB-Kabel + Autoradio) ähnlich verhält wie bei Mann und Frau: Mag auch mechanisch alles einwandfrei ineinanderpassen - entscheidend ist letztendlich die Softwarekompatiblität. Wenig nützen die 6 Gigabyte purer Information des iPod, wenn bei der Autoradio diese nicht verarbeitet werden können und nur nach Zufallsprinzip ankommen.
Nach kurzer Rumkurverei durch die Bad Dürrenbergischen Wohnlabyrinthe suchte man den Freund auf, der sich auch recht schnell und bereitwillig wieder unserer Existenz erinnerte (O-Ton Sprechanlage: "Wer is'n bitte Wirsinds?"). Dort wurden dann die Kaffeevorräte geplündert, Neuigkeiten ausgetauscht und ganz nebenbei konnte man durch die Olympia-Zusammenfassung innerhalb von 20 Minuten zwei TV-technisch verpasste Wochen aufholen (um dabei festzustellen, daß diese wohl so verpasst gar nicht waren). Dabei wurde uns der Zusammenhang zwischen Medallienspiegel und sozio-ökonomischer Lage eines Landes vom Diplomsoziologen M.S. erklärt: "Das is doch irgendwie so, je schlechter es einer Nation geht, desto besser ist das Abschneiden beim Sport..." und anschliessend empirisch untermauert: "Kann ich noch so'n Tee haben?". Aus marxistischer Perspektive ergeben sich daraus wundersame Konsequenzen: Dreht man die Kausalbeziehung herum, ist bei internationalen Sportveranstaltungen das Unterstützen des eigenen Landes nicht nur legitim, sondern geradezu revolutionär, wirkt doch jedes Tor der Klinsmann-Elf wie ein Tritt in die Eier des Hartz-IV-Empfängers und treibt somit die gesellschaftlichen Widersprüche auf die Spitze und in Richtung Selbstbeseitigung des Kapitalismus!
Gegen frühen Abend verliess man dann gemeinsam das heimgesuchte Etablissement, um dem politischen Teil des Trips den kulturellen folgen zu lassen. Europas Grössten (900m) galt es zu besichtigen! ...Zusammenhängenden Gradier-Wall natürlich! (Bild 2) Beim Gradieren wird - wie ich inzwischen lernte - der Salzgehalt einer Sole erhöht. Heutzutage, wo das Salz bei Aldi im dritten Regal links wächst, weiss natürlich kein Mensch mehr, wozu sowas gut sein soll, aber beeindruckend siehts trotzdem aus und gesund ist es wahrscheinlich auch, sofern man sich nicht so wie ich beim Lungendurchpusten mit mineralangereicherter Luft aufgrund des eisigen Wetters eine feine Erkältung als Andenken mitbringt.

Aus Sicht der Sole oder eines ausversehen eingemauerten Bauarbeiters sieht ein Gradierwerk wohl in etwa so aus (Bild 3). Sobald der Dateitransfer per ICQ funktioniert, werde ich auf Anfrage all diese Bilder meinem Chat-Buddy Ahmadinedschad als Bauanleitung in den Iran rüberschicken.

Was zur Salzgehaltsteigerung gut ist, kann zur Urananreicherung ja wohl kaum schlecht sein.
Nebenbei bemerkt haben wir an diesem Tag auch gelernt, daß Schneeflocken mit ca. 7 km/h fallen.

Unsere Bildungsreise klang zünftig bei einer heissen Schokolade am Bad Dürrenberger "Sechseck" (Bild 4, nur eine Ecke sichtbar) aus, wo man auch kurz mit den Eingeborenen in Kontakt kam ("Eeene Schachdl röööde BallMall!"), das Erlebte und Gesehene Revue passieren liess und sich fragte, ob sich an dieser Imbissbude wirklich ab und zu irgendjemand ein Glas mit Coca-Cola-Relief (noch mit DM ausgepreist) oder eine unglaublich hässliche Geldbörse zum Kampfpreis von € 0,50 kauft.
Sodann wurde das hinter feindlichen Linien verschollene Auto aufgesucht, die Reisegruppe auf die Fahrzeuge aufgeteilt und man machte sich erschöpft, aber reich an neuen Erfahrungen und Eindrücken auf den Heimweg.

2006-02-25

mahlzeit!

Ich traf beim nächtlichen n-tv.de-Check soeben auf diese skurile Szene (H5N1)...


...die mich unweigerlich an diese Simpsons-Folge (#7F01) erinnerte...

2006-02-24

ganz schön früh für so einen mist

...deshalb nur fix der Agenturticker:

+++neu: Irak jetzt mit noch mehr Gewalt erhältlich!+++gefährlich: Vogelgrippe jetzt auch bei Vögeln festgestellt!+++internet: verfolgerrevolver jetzt auch online!+++

2006-02-23

was treibt eigentlich...

...Guido Knopp, Gauleiter der Redaktion "Zeitgeschichte" beim ZDF?

So sollte dieser Artikel eigentlich beginnen, und ein gefaktes Interview enthalten, aber bei der Recherche gelangte ich zunächst mal zu der Erkenntnis, daß die TV-Welt sich weiterdreht, auch wenn ich nicht hingucke - Knoppelchen hat inzwischen einen Emmy für "Das Drama von Dresden" abgegriffen. Dabei geht es dann doch nicht um das letzte Heimspiel von Dynamo, sondern um die alliierte Umbaumassnahme im Februar 1945, deren Ursachen die "aufgearbeitete" Erinnerung hierzulande gern genausoschnell vergessen möchte wie
leidenschaftlich sie sich im Opfermythos suhlt. Und weil nach wie vor Historytainment die Leute in Scharen vor den Volksempfänger treibt, wird durch einen Mausklick das "Drama von Dresden" nur noch zu "Dresden" (demnächst in deutschen Wörterbüchern wohl als Synonym zu "Kriegsverbrechen" mit Verweis auf ->Bombenholocaust aufgeführt). So heisst nämlich das Anfang März laufende "TV-Ereignis des Jahres", laut ZDF ein "fesselndes Antikriegsdrama und eine ungewöhnliche, bewegende Liebesgeschichte zugleich". Na das ist ja mal ganz was neues!
Auf der ZDF-Sonderseite heisst es dann weiterhin: "
Im Mittelpunkt steht die Liebe einer deutschen Krankenschwester zu einem notgelandeten englischen Bomberpiloten. Diese Annäherung zweier Menschen aus Ländern, die im Krieg erbittert gegeneinander standen und so die spätere Annäherung der Völker vorwegnahmen, prägt die Aussage des Films." Diese Aussage sagt im Klartext: zweiter Weltkrieg = englische Aggressoren vs. harmlose deutsche Zivilisten in caritativen Berufen. Und weiter: "Der Film zeigt die britischen Piloten, junge humorvolle Männer, die sämtlich von englischen Darstellern gespielt werden. Die strategischen Erwägungen des "Bomber Command" unter seinem Chef Arthur Harris werden nachvollzogen, ohne dass der Angriff gerechtfertigt würde. Der Film zeigt Nazi-Schergen und die tödliche Isolierung der wenigen jüdischen Deutschen, die noch in Dresden leben. Aber er zeigt eben auch Menschen, die nicht verfolgt werden, nichts mit dem Regime gemein haben und einfach nur den Krieg überleben wollen." An dieser Stelle kommen also die feixenden alliierten Todbringer ins Spiel, die jüdische Deutsche weiter in die Isolation treiben und anstatt chirugisch die ein oder zwei Nazis, die es in Dresden angeblich gegeben haben soll, zu strafen, die ganzen harmlosen Deutschen, die ja mit dem Nationalsozialismus nun wirklich nichts gemein haben (oder kennen Sie etwa jemanden, der Hitler gewählt hat?) erst in Angst und Schrecken
ver- und dann in Brand setzen. Ja, so macht uns Geschichte wieder Spass, schön geglättet in einen "europäischen Kontext" eingeordnet (waren wir nicht alle ein bisschen Opfer? Und vor allem: Waren die anderen nicht auch ganz schöne Täter?) und dabei so verkitscht wie ein Heimatroman. Da hat Oma was fürs Herz, Opa was fürs Gewissen und die Kleinen können in der Schule auch endlich mitreden.

2006-02-21

spitze spitzel!

Zu Hülf! n-tv.de vermeldet, daß unter Umständen im Irak Agenten des BND von Spionen der CIA abgehört wurden, während diese möglicherweise vom MI6, welcher vielleicht vom FSB (in den ein V-Mann des Mossad -infiltriert von Gladio-Doppelagenten?- eingeschleust worden sein könnte) ausspioniert wird, bespitzelt wurden.

Der verfolgerrevolver wird als Konsequenz aus diesem Heckmeck einen eigenen Geheimdienst gründen und nimmt ab jetzt Vorschläge für kryptische Akronyme an.

2006-02-19

endlich: bananen auch in ostdeutschland

Geknipst letzte Woche am Museum der bildenden Künste nach dem kurzen Besuch der meiner Meinung nach nich-so-umwerfenden Art & Politics-Ausstellung.
Mehr zum Thema Art & Banane.

2006-02-18

was heisst eigentlich...

Das Herumtrampeln auf den religiösen Gefühlen anderer nimmt kein Ende! Aufgrund eines akuten Mangels an eigener Kreativität befragt unser Ressortchef für Kulturimperialismus und Ethnozentrismus zum Thema "Sexiest Prophet Ever" einfach mal den Sexy Name Decoder:

2006-02-17

komischer-vogel-grippe in leipzig angekommen!

n-tv.de hat mal wieder mehr Infos als wir alle zusammen. Und dazu gleich noch ein Bild von ihm (links, mit Fresspaket) und einem unbekannten Kollegen im Raver-Outfit am Cospi. Oder wollten sie eigentlich sagen: "Rügen-Tommy voll auf H5N1", was für eine neue Designerdroge das auch immer sein soll...

2006-02-06

homestory 04/06

P3 (dpa). Als Reaktion auf die verunglimpfende Moshammed-Karikatur auf diesem Blog stürmten letzte Nacht mehrere hundert mit Telefonkabeln und degenerierten Hunden bewaffnete Anhänger Moshammeds die Redaktionsräume und verbrannten öffentlich Symbole des Verfolgerrevolvers (Alkoholfahnen). Der Vertreter der Moshammedaner in Deutschland Dai-Sy rief zur Besonnenheit auf. Blutrache und fanatischer Wahn seien gerechtfertigt, allerdings dürfe man sich nicht mit harmlosen Satirikern auf eine Stufe stellen. Er warnte davor, daß die Moshammedaner so etwas wie "Humor" entwickeln könnten, der für die Errichtung einer Gesellschaft nach den Vorstellungen Moshammeds (Frauenfeindlichkeit als Leistungskurs, Antisemitismus als Pflichtfach, zivilisatorische Rückentwicklung als eigener Wissenschaftszweig) hinderlich sein könnte.

Die Redaktion räumt nun auf und hält's ansonsten mit Promoe von Looptroop: "Denmark Style/Guarantee to make you smile..."

2006-02-04

fatahlandsverrat und skandal um moshammed-karikatur!

Um die Besucherzahlen in ungeahnte Höhen zu treiben, bedient sich dieser Blog weiterhin schmierigster Mittel. Da Islam-verhöhnende Karikaturen die Spassvögel von der Burka- und Scharia-Fraktion zur Zeit zu Tausenden auf die Strassen treiben, versucht die Redaktion nun, den Counter hier zum Explodieren zu bringen und präsentiert heute unsere billige eigenproduzierte MOSHAMMED-Fotomontage.
Da hier grosser Wert auf Political Correctness gelegt wird, ist auf Beschluss des Chefredakteurs der Witz über Selbstmordattentäter, die sich mit Telefonkabeln in Allahs Reich befördern, ersatzlos gestrichen.

Gewalttätige Demonstrationen und Fahnenverbrennungen vor meinem Haus bitte nicht mehr nach 22.00 Uhr, da ich beabsichtige, früh zu Bett zu gehen.

2006-02-03

servicerevolver 01/06

Mahlzeit, Wochenende! Heute ein paar Hinweise zum wochenendlichen Zeitvertreib. Heute Nacht brennt mal wieder im ZORO die Luft beim Extremtanz! Besonders ans Herz gelegt sei den verehrten Lesern das KONTRAST DJ-Team - Dr.Eckig und U&I -, das unten im kleinen Raum die angereiste Dorfjugend mit den grössten Hits der Achziger, Neunziger und dem Besten von Vorgestern zum Ausrasten bringen wird.
Viva La Disco!


Ausserdem sei darauf verwiesen, daß die Bundeszentrale für politische Bildung inzwischen für popelige 4 Euronen "Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus" von Götz Aly (2005) anbietet. Ich hab's vorgestern bestellt und empfehle es einfach mal ungelesen (als Diskussionsgrundlage?).
Ja ich weiss, komische Mischung im heutigen Eintrag, aber so isses halt, wa?!

2006-02-01

homestory 03/06

Die überwachungstechnischen Neuerungen hier bringen erste Konsequenzen mit sich: 2 Stunden nach Start der mp3-Anzeige hatte ich bereits die Feldjäger auf dem Hals. Mich erreichte folgende Mail vom Absender wdbera.b2@bundeswehr.org:

Sehr geehrter Herr ******,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Ein Terminvorschlag von Ihrer Seite würde
mir helfen.

Herzliche Grüße

Volker Haas
Wehrdienstberater
Berlin-Treptow

Wahrscheinlich ein ganz mieser Trick des Heeres, um mich für das häufige Hören der "Never Ender" von Hot Water Music zu strafen. Denn die beginnt ja mit: "Words of war/They don't mean shit..."